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Konzept

Künstler
Robert Stumpf, alias Rost, wurde 1965 in München geboren. Von 1988 bis 1989 studierte er Theologie und schloss danach eine dreijährige Ausbildung im Schreinerhandwerk an. Sein Interesse galt dennoch schon früh der bildenden Kunst. Bereits mit zehn Jahren begann er, angeregt durch seinen Vater, zu zeichnen und zu malen. Diese Leidenschaft führte ihn letztlich ganz zur freien Kunst, der sich der Autodidakt seit 1993 ausschließlich zuwendete. Zunächst lag der Schwerpunkt seines Schaffens auf der Bildhauerei. In dieser Zeit entstanden raumgreifende Skulpturen in Wasentegernbach bei München. Daneben beschäftigte er sich weiterhin mit Malerei und Zeichnung. 2006 verlegte Robert Stumpf seinen Lebensmittelpunkt nach Berlin und gab die Bildhauerei auf. Seitdem widmet sich der Künstler grafischen, von Manga inspirierten Arbeiten, zu denen auch die Serie „Berlin by Rost“ gehört, die er bis heute fortführt.

Foto: Frederic Schweizer (foto-sicht.de)

 

Technik
Alle Motive entstehen in einem aufwändigen Prozess, an dessen Beginn eine fotografische Aufnahme des Künstlers steht. Sie wird zum Ausgangspunkt mehrerer Handzeichnungen auf Folien, welche die unterschiedlichen Ebenen des späteren Motivs repräsentieren. Erst diese Auflösung in mehrere Schichten ermöglicht dem Künstler, den Detailreichtum und die Feinheit der fertigen Grafik zu erreichen. In einem nächsten Schritt werden die Folien gescannt, digital eingefärbt und mit Halbtonraster versehen. Sie sind für die Pop Art und japanische Comics typisch und modellieren die flächig angelegten Zeichnungen. Anschließend werden die transparenten Teilzeichnungen überlagert und zu einem endgültigen Bild zusammengefügt. Das digitale Motiv ist nun zum Druck auf Künstlerpapier mit einem Inkjetdrucker bereit. Dieses mehrstufige Verfahren ist vom historischen japanischen Farbholzschnitt angeregt und kann als dessen digitale Variante verstanden werden. Denn auch bei dem historischen Prozess ist für jede Farbe der Grafik ein eigener Druckstock nötig. Der japanische Farbholzschnitt hat die zeitgenössischen Mangas von Robert Stumpf also nicht nur stilistisch, sondern auch technisch mitgeprägt.

Text: Kai Giese, Kunsthistoriker und Kurator

Berlin by Rost
Die Schriftzeichen im Layout sind japanisch und bedeuten “Manga”. Die Jahreszahl ist das Entstehungsjahr der Grafik.
“Rost” ist ein Kürzel aus den Initialen des Künstlers.